Spannvorrichtung konstruieren: das 3-2-1-Prinzip in der Praxis

Wiederholgenaue Bauteilaufnahme beginnt bei der Bestimmlage nach 3-2-1. Wie sich Auflage, Spannung und Zugänglichkeit im Vorrichtungsbau auslegen lassen.

· 1 Min. Lesezeit · Autor: Gerald Vogt

Viele Maßabweichungen in der Fertigung stammen nicht aus der Maschine, sondern aus der Bauteilaufnahme. Eine Vorrichtung, die das Teil überbestimmt oder verspannt, erzeugt Streuung, die anschließend niemand mehr wegregeln kann.

Bestimmlage nach 3-2-1

Drei Auflagepunkte legen die Hauptebene fest, zwei weitere die Ausrichtung in der zweiten Ebene, ein sechster den Anschlag in der dritten Richtung. Zusammen nehmen diese sechs Punkte dem Bauteil alle sechs Freiheitsgrade. Zusätzliche Auflagen dürfen stützen, aber nicht bestimmen, sonst entsteht Überbestimmung mit wechselnder Anlage.

Spannen ohne Verzug

Spannkräfte gehören dorthin, wo das Bauteil abgestützt ist, und wirken idealerweise gegen eine feste Auflage. Beim Schweißen kommt der Wärmeverzug hinzu: Freiheitsgrade für die Ausdehnung einplanen, sonst zieht die Baugruppe aus der Toleranz.

Ergonomie und Taktzeit

Beladen, Spannen, Entnehmen, jeder Handgriff zählt. Kurze Wege, sichtbare Anlagen, Kniehebelspanner statt Schraubzwingen und freie Späne- oder Rauchabfuhr machen aus einer korrekten Vorrichtung eine, die in der Fertigung auch akzeptiert wird.

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