Feinstanzen liefert glatte Schnittflächen über nahezu die gesamte Blechdicke und spart damit Nacharbeit. Erkauft wird das mit einem deutlich anspruchsvolleren Werkzeug: Das Material wird während des Schneidens dreiseitig unter Druck gehalten, statt frei zu reißen.
Ringzacke und Gegenhalter
Die Ringzacke drückt sich rings um die Schnittkontur in das Blech und verhindert, dass der Werkstoff aus der Schnittzone wegfließt; der Gegenhalter drückt das Bauteil gegen den Stempel. Höhe, Abstand zur Schnittkontur und Form der Ringzacke müssen zu Blechdicke und Werkstofffestigkeit passen, hier entscheidet sich, ob die Schnittfläche sauber wird oder einreißt.
Schnittspalt und Werkzeugwerkstoffe
Der Schnittspalt liegt beim Feinstanzen deutlich unter dem konventioneller Werkzeuge. Das erhöht die Belastung der Aktivteile: Pulvermetallurgische Stähle oder Hartmetall an den kritischen Stellen sind oft die wirtschaftlichere Wahl, weil sie Nachschliffintervalle verlängern.
Kräfte sauber rechnen
Schneidkraft, Ringzackenkraft und Gegenhalterkraft addieren sich. Wird die Presse zu knapp ausgelegt, leidet die Bauteilqualität sofort. Die Auslegung sollte deshalb früh mit der real verfügbaren Maschine abgeglichen werden, inklusive Hub, Einbauhöhe und Auswerferkräften.
Bauteilgeometrie mitgestalten
Sehr kleine Radien, schmale Stege und dünne Vorsprünge sind beim Feinstanzen kritisch. Wird die Geometrie früh mitgestaltet, lassen sich viele dieser Stellen entschärfen, bevor das Bauteil freigegeben ist, und das Werkzeug wird günstiger und standzeitfester.
Passende Leistungen
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